Raum und Umgebung

Für eine erfolgreiche Verklebung wird ein heller, sauberer und ausreichend großer Raum benötigt.

Benötigte Werkzeuge:

  • Messer mit rostfreier Klinge
  • Rakel
  • Sprühflasche mit Seifenlösung (einige Tropfen Spülmittel auf einen Liter Wasser)
  • Insbesondere bei dunklen Folien eine sehr helle Kaltlichtlampe
  • Heißluftfön
  • Küchenschwamm oder ScrubPad
  • Babypuder

Montage feststehende Seitenscheiben

Feststehende Seitenscheiben sind i.d.R. sehr schnell zu tönen.

Nach dem Besprühen mit Flüssigkeit die Folie auflegen (immer mit dem Schutzfilm nach aussen) und grob zurecht schneiden. Wenn möglich die "Herstellerkante" an der unteren Seite gerade anlegen. Dies erspart einen Schnitt.

Mit einer Lampe (idealerweise Kaltlichtlampe) die Scheibe von innen nach aussen durchleuchten, um die übrige Schnittkante deutlich zu erkennen.

Nun mit etwas Überstand die Folie passend zuschneiden.

Bei Wölbung die Folie mit dem Heisluftfön bei ca. 300 Grad in Form schrumpfen.

Gegebenenfalls kann dies auf der Innenseite geschehen. Dann aber bitte nur bei ca. 200 Grad, da ja das Trägermaterial bereits entfernt wurde.

Die Anpassung von außen ist aber immer zu bevorzugen, da die Folie so besser erreichbar ist und nur das Trägermaterial der Folie mit dem Rakel in Berührung kommt.

Montage der Fallfenster/Kurbelfenster

Zuerst sollte man das Fenster ein wenig inspizieren. Wie gut und wie weit kommt man in die Gummis? Wir sind die Gummis innen und wie sind sie außen? Nicht selten ist die Form unerwartet unterschiedlich.

Dann die Folie auf das mit Flüssigkeit besprühte Fenster auflegen. Die grade "Herstellerkante" sollte dabei, je nach Gegebenheiten unten anstoßen oder einige Millimeter über die Zierleiste ragen.

So angelegt sollte nun schon mal der grobe Überstand oben abgeschnitten werden. Achtung, nicht in Lack oder Gummi schneiden!

Dann wird die Folie an der Kante in Fahrtrichtung vorne zurecht geschnitten, da diese immer gerade ist.

Nun wieder, je nach Gegebenheiten, die Folie einige Millimeter versetzen und die andere Seite ebenfallen zurecht schneiden.

Die obere Kante wir bei leicht geöffnetem Fenster geschnitten. D.h. die Folie unten abheben und in der Luft halten und zugleich das Fenster einige Zentimeter öffnen bis der gesamte obere Scheibenrand zugänglich ist. Entlang der Kante wird dann die Folie abgeschnitten.

Tipp: die Zündung nicht zu lange eingschaltet lassen. Je nach Zustand der Batterie kann diese auch schon nach kuerzer Zeit leer sein.

Montage der Heckscheibe

Wie immer zunächst die Scheibe gründlich reinigen. Auch von außen!

Es geht auch ohne, aber gleichmäßiger wird es mit, Babypuder. Babypuder auf der Heckscheibe verteilen, damit die Folie nicht(!) an der Scheibe haftet. Dann mit einem nassen Schwamm ein H auf der Scheibe nass machen, sodass die Folie auf der Mittelachse und an den Rändern vollflächig anliegt und anhaftet.

Nun mit einem Abstand von ca. 5 - 10 cm und kreisenden Bewegungen die Folie von der horizontalen Mitte zum oberen und unteren Rand erwärmen. Da die Folie zu den Ränderen hin stärker geschrumpft werden muss, sollte mann nach oben und unten hin langsamer werden und länger auf den Stellen verweilen oder den Vorgang dort wiederholen.

Die Folie ist dann ausreichend geschrumpft, wenn es keine senkrechten Falten (auch Finger genannt) mehr gibt. Die Folie muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollflächig anliegend sein.

Nun wir die Folie je zur Hälfte angehoben und die Scheibe mit reichlich Wasser benetzt. Die Folie wieder auflegen und erneut glatt rakeln. Erst durch das Wasser zwischen Folie und Scheibe entsteht eine Haftung, die die Folie glatt anliegen lässt.

Mit dem Rakel wird nun die Folie glatt gestrichen. Übrig gebliebene Finger können nun noch einmal nach gefönt werden.

Dann wird die Scheibe von innen nach außen durchleuchtet, damit man entlang der Punktmatrix die Folie auf ihre endgültige Größe zurecht schneiden kann.

Das Einkleben der Folie

Für alle Scheibenarten gilt es, nach der gründlichen Reinigung, die Scheiben von innen mir Flüssigkeit zu benetzen.

Dann wir die Schutzfolie von der Tönungsfolie abgezogen. Die Tönungfolie wird auf der Klebeschicht ebenfalls mit Wasser benetzt.

Das vorbereitete Folienstück wird nun auf die Innenseite aufgelegt, ausgerichtet und sorgfältig von der Mitte nach aussen ausgerakelt.

Bei den Fallfenstern wir bei leicht geöffnetem Fenster zunächst die obere Kante angelegt und vollständig angerakelt. Dann das Fenster schließen und die übrige Folie anbringen. Um in die Gummis "reinzukommen", benötigt man u.U. recht viel Flüssigkeit.

Nach der Montage

Heckscheibenheizung und Kurbelfenster sollten mindestens 12-14 Tage nach der Montage nicht in Anspruch genommen werden.

Schlieren im Glas verschwinden mit der Zeit, da die Durchtrocknungszeit je nach Außentemperatur stark schwankt.

Die sogenannte Punktmatrix läßt sich erst nach einer gewissen Trocknungszeit vollständig andrücken. Sollte das Ergebnis nicht gleich perfekt sein, kann es also sein, dass das Nachrakeln erforderlich wird.

Was sollte man beachten?

Natürlich stellen sich viele die Frage, ob man eine Scheibentönung nicht vielleicht selber machen könnte. Die Antwort lautet grundsätzlich, ja! Daher auch die obige Anleitung .

Aber bedenke! Eine hochwertige Markenfolie (s.a. Folien) kostet für ein Auto schnell mal 60 - 70 Euro. Und sollte man nur in einer Scheibe mal einen Fehler haben, kauft man schnell auch mal ein 2. Paket. Unter den Umständen ist der Materialeinsatz schon beinahe so teuer, wei die professionelle Scheibentönung durch einen erfahrenen Fachmann.

Darüber hinaus sei gesagt, dass alleine die verwendeten Werkzeuge, auch ohne den Heissluftfön, schon 50-60 Euro kosten.
Vorsicht!

Bei einigen Fahrzeugen (z.B. CL203, Mercedes Sportcoupe) befinden sich empfindliche elektronische Bauteile in der Nähe der Heckscheibe. Diese können durch die zur Reinigung und Montage verwendete Flüssigkeit beschädigt werden. Die kann erhebliche Kosten verursachen.

Hier sprechen wir leider aus Erfahrung.